Die wichtigsten KI Modelle: Ein Überblick

Die Anzahl der Sprachmodelle wächst stetig, jedes mit seinen Stärken und Schwächen. Doch welches Modell ist das richtige für Ihren konkreten Anwendungsfall, Ihr Unternehmen? Hier finden Sie einen Überblick.

Zwei Roboter stehen sich gegenüber und untersuchen sich gegenseitig.

Es ist Februar 2025, ziemlich genau zwei Jahre, nachdem ChatGPT die Welt erstmals in Aufregung versetzt und KI in die öffentliche Wahrnehmung gerückt hat. Heute, ein Jahr später, sprießen neue KI-Modelle wie Pilze aus dem Boden – die neueste Überraschung DeepSeek hat in den letzten Tagen die KI-Welt erneut aufgerüttelt. Dabei ist jedoch schnell klar, dass jedem Hype zu folgen nicht zielführend ist: Jedes Modell hat seine eigenen Stärken und Schwächen und Unternehmen müssen die Entscheidung für ein KI-Modell strategisch treffen.

Dieser Artikel wirft Licht auf das Thema der KI-Modelle: Welche sind derzeit die wichtigsten Modelle auf dem Markt? Für welchen Einsatzbereich sind sie jeweils geeignet? Und wie sollten sich Unternehmen für das passende Modell entscheiden?

Disclaimer: Die folgenden Informationen beruhen auf den subjektiven Erfahrungen, die das ONTEC AI Team bis zum Februar 2025 gesammelt hat. Der Artikel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern soll einen groben Überblick verschaffen. Für aktuellste Entwicklungen empfehlen wir eine eigenständige Recherche.

KI Modell, Sprachmodell, Transformer, LLM – was ist was?

Im Alltag stolpert wir oft über die Begriffe KI Modell, Sprachmodell, Transformer oder LLM und alle Begriffe werden oft gleichbedeutend verwendet. Machen wir uns kurz den Unterschied der Begriffe bewusst:

KI Modell

Der Begriff „KI Modell“ fasst viele unterschiedliche Ansätze der künstlichen Intelligenz zusammen, hier einige bekannte Beispiele:

Regressionsmodelle:
Sagen kontinuierliche Werte voraus (z. B. Aktienkurse, Temperatur).

Neuronale Netzwerke & Deep Learning:
Besonders gut für Bilderkennung, Sprachverarbeitung und komplexe Muster.
Beispiel: Convolutional Neural Networks (CNN) für Bilderkennung.

Verstärkungslernen (Reinforcement Learning):
Lernt durch Belohnungssysteme, oft für Spiele oder Robotik.
Beispiel: AlphaGo (Schach & Go-KI).

Klassifikationsmodelle:
Ordnen Daten in Kategorien ein (z. B. Spam-Filter, Gesichtserkennung).

Generative KI:
Erzeugt neue Inhalte (z. B. Texte, Bilder, Musik).
Beispiel: ChatGPT (Text), DALL·E (Bilder).

Erstellen von Antworten und Entwürfen:

Weitere Informationen zu den wichtigsten Begriffen aus dem Bereich KI finden Sie in unserem KI-Glossar!

Wie funktioniert ein KI Modell?

  1. Training: Das Modell wird mit großen Mengen an Daten trainiert.
  2. Optimierung: Ein Algorithmus passt Gewichte und Parameter an.
  3. Evaluierung: Das Modell wird getestet und optimiert.
  4. Einsatz: Es wird in realen Anwendungen genutzt (z. B. Chatbots, Bilderkennung).

Wie können KI Modelle angewendet werden?

KI Modelle können auf vielfältige Weise angewendet werden, zum Beispiel:

Sprachmodell / LLM

Das allseits bekannte ChatGPT ist auch ein KI Modell. Genauer gesagt ein großes Sprachmodell, ein „LLM“ (Large Language Model).

Übrigens: Sprachmodelle unterscheiden sich unter anderem dadurch, wie „groß“ sie sind bzw. der Anzahl der Parameter und die Menge an Daten, mit denen sie trainiert wurden. Kleinere, spezialisierte Modelle können in ihrem Bereich überlegen sein, besonders wenn sie gezielt trainiert wurden.

Transformer

Ein Transformer ist ein neuronales Netzwerkmodell, das 2017 von Google vorgestellt wurde und auf dem Self-Attention-Mechanismus basiert, wodurch es Kontext effizient erfassen und lange Textzusammenhänge verstehen kann. Es ist die Grundlage fast aller modernen LLMs, weil es Skalierbarkeit, parallele Verarbeitung und hohe Sprachverarbeitungsqualität ermöglicht, was Modelle wie GPT, LLaMA, Mistral & Co. leistungsfähig macht.

Oft wird ChatGPT auch als GPT (Generative Pre-trained Transformer) bezeichnet. Viele Menschen gehen fälschlicherweise davon aus, dass GPT-Modelle im laufenden Betrieb aktiv dazulernen. Tatsächlich werden sie jedoch vortrainiert – das heißt, sie lernen in einer umfangreichen Trainingsphase auf großen Datenmengen. Verbesserungen erfolgen erst durch ein erneutes Training und die Veröffentlichung einer neuen Version (wie der Übergang von GPT-3 zu GPT-4o).

Wir sprechen in diesem Artikel nun über Sprachmodelle (LLMs), eine Untergruppe der KI-Modelle.

Überblick über die relevantesten Sprachmodelle: Stärken, Schwächen und empfohlene Anwendungsfälle

Heute, Stand Februar 2025 sind die folgenden Anbieter und Sprachmodelle besonders verbreitet:

OpenAI (ChatGPT)

OpenAI, der Entwickler von ChatGPT, gilt als der Platzhirsch unter den LLM-Anbietern. Die Modelle –auch das neueste Modell GPT-3o– zeichnen sich durch ihre Vielseitigkeit und Fähigkeit aus, natürliche Sprache zu verstehen und zu generieren.

LLaMA

LLaMA wurde von Meta AI (dem Unternehmen hinter Facebook) entwickelt, die derzeitige Version ist LLaMA 3.3. Die Besonderheit von LLaMA liegt in seiner Open-Source-Natur.

Aleph Alpha

Aleph Alpha ist ein europäischer Modell-Entwickler, der sich auf mehrsprachige Anwendungen und europäische Kontexte spezialisiert hat. Seine Modelle Pharia und Luminous kennzeichnen sich durch einen starken Fokus auf Datenschutz und Datensicherheit sprechen damit besonders den europäischen Markt an.

ONTEC AI ist eine Augmented Intelligence Platform, mit welcher Mitarbeitende jederzeit den internen Datenschatz des Unternehmens abfragen und nutzen können – unter Einsatz des LLMs nach Wahl.

Claude

Claude –um genau zu sein, die Modelle Hiaku, Sonnet, Opus– wurde von Anthropic entwickelt. Claude’s Modelle legen den Schwerpunkt auf Sicherheit und ethische Überlegungen.

Gemini

Gemini, entwickelt von Google DeepMind, zeichnet sich durch seine Leistung bei multimodalen Aufgaben aus.

DeepSeek

DeepSeek, entwickelt von einem chinesischen Startup, hat die Welt in Aufregung versetzt, weil es besonders kostengünstig und effizient entwickelt wurde.

Mistral

Mistral bietet mit seinem aktuellen Modell 7B ein hochleistungsfähiges KI-Modell, das für Effizienz und Skalierbarkeit entwickelt wurde. Es stammt von einem innovativen Team, das sich auf die Verarbeitung natürlicher Sprache spezialisiert hat. Mistral ist besonders geeignet für groß angelegte NLP-Aufgaben und datenintensive Anwendungen, die hohe Leistung erfordern.

Gegenüberstellung aller Modelle

ModelOpen SourceBesonderheiten
GPT (OpenAI)NeinProprietär, kommerziell, sehr leistungsstark
Gemini (Google DeepMind)NeinMultimodal (Text, Bild, Code), fortschrittlich
Claude (Anthropic)NeinFokus auf Sicherheit, „Constitutional AI“
LLaMA (Meta)JaEffizient, für Forscher und Entwickler
MistralJaLeichtgewichtig, leistungsstark, europäisch
DeepSeekJaOpen-Source-Alternative aus China
Aleph AlphaNeinEuropäisch, datenschutzfreundlich

Für weitere Details und eine ausführliche Gegenüberstellung der KI-Modelle empfehlen wir noch diesen detaillierten Überblick.

Wie entscheide ich mich für das richtige Sprachmodell?

Um sich für das richtige LLM zu entscheiden, müssen einige Vorüberlegungen getroffen werden.

Zusammenfassung und Key Takeaways

Die Wahl des richtigen Sprachmodells erfordert das Verständnis der Stärken und Schwächen verschiedener Modelle sowie die Berücksichtigung verschiedener Faktoren wie die Natur des Problems, das bestehende IT-System und mehr.

Durch gewissenhafte Vorüberlegungen technisch versierter Mitarbeitender oder externer Experten könnten Unternehmen das richtige LLM für die eigenen Anforderungen feststellen.

Außerdem ist die praktische, testweise Anwendung hilfreich um festzustellen, welches LLM die besten Ergebnisse für die eigenen Vorstellungen liefert.

Fest steht jedenfalls, dass die Weiterentwicklung bestehender und die Entwicklung vollständig neuer Modelle voranschreitet und Unternehmen daher so flexibel wie möglich bleiben sollte.